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"Land der Kontraste - NRW"
ist ein Projekt der



"Land der Kontraste - NRW" wurde in 2006 und 2007 gefördert von der:
Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung

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PreisträgerInnen 2007 Drucken
Im zweiten Wettbewerbsjahr sind 130 kreative und vielfältige Beiträge beim Projektteam „Land der Kontraste - NRW“ eingereicht worden. Insgesamt haben sich 500 Jugendliche an dem Projekt beteiligt.  Wir sind beeindruckt von euren Arbeiten und bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mitgemacht haben.
Der Jury ist es nicht leicht gefallen, aus den vielen guten Einsendungen die zehn PreisträgerInnen auszuwählen. Fachleute aus den Bereichen Foto, Film und Musik waren in der Jury vertreten. Mit dabei waren Mitglieder des Landesvorstand des BUND NRW, sowie ehrenamtlich engagierte Jugendliche der BUNDjugend.

Der Schwerpunkt der Einsendungen lag im Bereich Foto: Da über zwei Drittel aller Einsendungen Fotobeiträge waren, wurden in dieser Sparte insgesamt vier Hauptpreise verliehen: Ein erster und zweiter Preis „sozialer Kontrast“, sowie ein erster und zweiter Preis „umweltpolitischer / landschaftlicher Kontrast“.
In den Sparten Text/Comic und Film/Theater wurde jeweils ein erster und zweiter Preis vergeben. In der Sparte Musik wurde nur ein erster Preis verliehen, da hier die Anzahl der Abgaben sehr gering war.

Bewertet wurden die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem gewählten Kontrast, die Kreativität der Arbeit, die handwerkliche Umsetzung sowie der Bezug zu NRW. Wichtig war der Jury, dass der Beitrag kritisch Stellung bezieht und eine Aussage im Sinne des Umweltschutzes bzw. des sozialen Handelns trifft.


1. Platz: Sparte Foto - umweltpolitischer / landschaftlicher Kontrast

> vergrößerte Ansicht
Natur war mal pur!
Florian Neuber (21 Jahre), Gabi Lehr (18 Jahre), Laura Goßen (19 Jahre), Tobias Eisenach (20 Jahre) aus Heinsberg / Aachen

Das schreiben die PreisträgerInnen zu ihrem Foto:
„Mit dem Foto wollen wir deutlich machen, dass die Folgen der Luftverpestung durch den CO2-Ausstoß und der Einsatz von Chemiekalien gegen Schädlinge uns bald immer deutlicher in unserem Leben einholen können.
Das Foto zeigt wie es einmal aussehen könnte, wenn wir weiter so unachtsam und egoistisch mit unserer Umwelt umgehen.“

Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Das Bild treibt die Auswirkungen von Luftverschmutzung und chemischer Schädlingsbekämpfung auf die Spitze und präsentiert uns ein skurriles Zukunftsszenario. Damit transportiert es deutlich eine umweltpolitisch kritische Aussage. Zusammen mit dem Titel „Natur war mal pur!“ macht es den Betrachter stutzig regt zum Nachdenken über unseren Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen an. Der Bildaufbau ist klar, die grellen Farben lassen das Foto giftig wirken. Werden wir uns in der Zukunft wirklich nur noch im Schutzanzug draußen bewegen können?


1. Platz: Sparte Foto - sozialer Kontrast

> vergrößerte Ansicht
Ohne Titel
Lisa Schäfer (23 Jahre), Kall

Lisa greift mit ihrem Foto einen sozialen Kontrast auf: Der kleine Junge, der im Stadtpark  Bierflaschen sammelt steht im Kontrast zu der „sorglosen Gesellschaft“, wie Lisa sie bezeichnet: Erholungssuchende, die auf der Wiese liegen um abzuschalten, ein Bierchen zu trinken und die Flaschen einfach da zu lassen. Lisa hat die Situation zufällig bei einem Besuch im Park bemerkt und auf ihrem Foto festgehalten.
„In dem Bild spiegelt sich die Kluft zwischen sorglos und existentiell, zwischen Kind sein wollen und erwachsen denken müssen, zwischen Wohlstand und Armut.”


Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Lisas Foto ist ein authentisches Zeugnis von Kinderarmut in Deutschland. Das Bild berührt den Betrachter persönlich. Es hat eine sehr gute fotografische Qualität. Stilistisch wird die Aussage durch den Schwarzweißfilm unterstützt. Das Foto zeigt, dass Kinderarmut täglich vor unseren Augen in NRW stattfindet; häufig, ohne dass sie von uns wahrgenommen wird. Engagiert hat sich Lisa mit dem Problem auseinander gesetzt. Sie fordert mehr finanzielle Unterstützung für Kindergärten, Hortplätze und Jugendzentren, um die Existenzbedürfnisse aller Kinder zu gewährleisten und ihnen eine kindgerechte Entwicklung zu ermöglichen.
Die Stärke des Bildes ist, dass es auch für sich stehen kann ohne weitere erklärende Worte zu benötigen.


2. Platz: Sparte Foto - umweltpolitischer / landschaftlicher Kontrast

> vergrößerte Ansicht
Stopschild
Simon Stolzenbach (21 Jahre), Düren

Simon beweist mit seinem Foto, dass man Umweltschutz nicht nur ernst und dramatisch, sondern auch witzig darstellen kann. Er stellt den Kontrast  Verbote / Gebote im Bereich Naturschutz dar.
Mit seinem Verbotsschild für Bäume macht er auf rücksichtsloses menschliches Handeln gegenüber der Natur aufmerksam. Das verschmutzte Schild ist Zeugnis einer hohen Feinstaubbelastung, welche die Schädigung und den Tod vieler Bäumen nach sich zieht.

Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Simon hat eine neue Ansicht des Umweltschutzes auf witzige Weise kreiert. Das Bild regt die Betrachter an, sich ihre eigenen Gedanken zu dem, was es uns sagen will, zu entwickeln. Stilistisch wird der Kontrast in der Farbwahl des Fotos aufgegriffen. Der rote Warnkreis hebt sich besonders stark von dem ansonsten in grau gehaltenen Bild ab.


2. Platz: Sparte Foto -
sozialer Kontrast

> vergrößerte Ansicht
Kontraste der Meinungen
Florian Keller (18 Jahre), Brühl

Florian hat in seinem Foto ein aktuelles Thema aus seiner Region aufgegriffen. Er setzt sich mit dem geplanten Moscheebau in Köln-Ehrenfeld auseinander. Es zeigt wie dort im Rahmen einer Demonstration unterschiedliche Meinungen aufeinander prallten. Die als rechtsextrem eingestufte Partei „Pro Köln“ hatte zum Kampf gegen die Moschee aufgerufen. Ehrenfelder Bürger hingegen protestierten mit Plakaten gegen das rechtsextreme Gedankengut.

Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Florians Bild hat einen eindeutigen NRW-Bezug. Es zeigt, wie in NRW politische Meinungen aktuell aufeinander treffen und einen starken Kontrast bilden. Der Bildaufbau ist klar gegliedert. Mit dem Bild und seinen Erläuterungen tritt Florian fremdenfeindlichen und rechtsextremen Meinungen entgegen und setzt sich für ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Kulturen ein.


1. Platz: Sparte Musik

> Song Downloaden
(3,9 MB, MP3-Datei)

Schade NRW
Black I am featuring Chanelle alias Kasim Oktay (16 Jahre) und Steffi Grenz (15 Jahre), Blomberg

In ihrem Rap-Song prangern Kasim und Steffi die Ignoranz gegenüber Umweltmissständen an. Eine Zeile lautet:
„Die Luft ist einzigartig, warum verpesten wir sie, wir Menschen müssen handeln, damit endlich was geschieht. Stattdessen werden Straßen gebaut, wo Bäume waren...“

Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Kasim und Steffi haben sich intensive Gedanken zum Umweltschutz in NRW gemacht. Sie rufen ihre Mitbürger dazu auf, über ihr Verhalten nachzudenken und machen deutlich, dass es um die Zukunft der Jugendlichen in NRW geht. Der Song überzeugt durch den selbst geschriebenen engagierten Text und die professionelle und leidenschaftliche Umsetzung als Rap. Er animiert Jugendliche dazu aufzustehen und zu handeln.


1. Platz: Sparte Film

> Video ansehen
Land der Kontraste NRW
Bernieshow: Thomas Bernecker (17 Jahre) und sein Filmteam, Hürtgenwald

In dem 17-Minüter erhalten zwielichtige Mafiosi den Auftrag, zwei Jungen zu beschatten. Während der eine Junge sein Leben in der Voreifel in ländlicher Idylle verbringt, wohnt der andere in der Großstadt Köln. Der Film stellt die Lebenswelten auf dem Land und in der Stadt gegenüber: Themen wie Mobilität, Umwelt, Integration von Ausländern und Freizeitverhalten werden aufgegriffen. Der Film fordert Jugendliche dazu auf, ihr Leben aktiv zu gestalten.

Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Der Film setzt sich auf humorvolle Weise mit zwei Regionen NRWs ambitioniert auseinander. In vielen spannenden und  abwechslungsreichen Szenen werden die Unterschiede zwischen Jugendlichen in der Stadt und auf dem Land deutlich. Die Jury war besonders von der technischen Professionalität und dem guten Drehbuch des Films beeindruckt. Beim Zuschauen wird klar, dass die Jugendlichen ihren Film mit viel Liebe fürs Detail produziert haben.


2. Platz: Sparte Film

> Video downloaden
Rheinland des Lächelns
Grundkurs Kunst 13 des Gymnasiums am Neandertal

Der Knetfigurenfilm „Rheinland des Lächelns“ setzt sich mit der Distanz zwischen der japanischen Community und der deutschen Bevölkerung in Düsseldorf auseinander. Bei ihren Recherchen stellten die Schülerinnen fest, dass es wenig Berührungspunkte zwischen deutscher und japanischer Kultur in Düsseldorf gibt. Mit ihrem Film rufen sie dazu auf „die Wand zu durchbrechen“, die andere Kultur in ihrer Andersartigkeit wahrzunehmen und zu akzeptieren.

Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Der Kunstkurs hat einen NRW-spezifischen Kontrast aufgegriffen: In Düsseldorf lebt die zweitgrößte japanische Gemeinschaft der Welt außerhalb Japans. Der Beitrag überzeugt durch gute Recherchen und eine einfallsreiche künstlerisch-kreative Umsetzung. Besonders gewürdigt wurde das Medium des Knetfigurenfilms als außergewöhnliche und aufwendige Methode. Der Film transportiert inhaltlich eine klare Botschaft: Die Kulturen müssen aufeinander zu gehen, um voneinander zu profitieren.


1. Platz: Sparte Text / Comic


> Comic downloaden
Zusammen sind wir stärker
Nikolas Schlage (16 Jahre), Bergisch Gladbach

Nikolas hat ein Comic über den geplanten Neubau eines Porschezentrums in seiner Stadt Bergisch Gladbach im Ortsteil Moitzfeld gezeichnet. Der Bau soll in unmittelbarer Nähe eines Naturschutzgebietes entstehen, in dem vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunken leben. Durch Zersiedelung und erhöhtes Verkehrsaufkommen wird es zu Beeinträchtigungen für Tiere und Anwohner kommen. In seinem Comic kämpfen Tiere und Naturschützer gemeinsam gegen die Bagger und können den Neubau schließlich verhindern.

Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Nikolas hat den existierenden Konflikt durch sein Comic phantasievoll dargestellt. Der Beitrag lässt viel zeichnerisches Talent, den Blick für einen guten Bildaufbau und unterschiedliche Perspektiven, sowie Gespür für einen klaren Handlungsstrang erkennen. Nikolas bezieht mit seinem Beitrag umweltpolitisch Stellung und zeigt einen Lösungsvorschlag für den Konflikt auf. Der Beitrag macht deutlich, dass wer aufsteht und handelt auch etwas erreichen kann.


2. Platz: Sparte Text / Comic



> Gedicht downloaden
Kontrastmittel
Leonie Viola Thöne (17 Jahre), Moers

Das schreibt Leonie zu ihrem Gedicht:„Das Gedicht greift Meldungen, Ereignisse und Problematiken auf, die momentan die Medien (TV, Tageszeitung, Radio) bewegen und stellt sie gegenüber. Die Fragezeichen symbolisieren, das vieles von uns auf den ersten Blick als Kontrast bezeichnet oder gesehen wird, es aber vielleicht bei näherer Betrachtung gar nicht darstellt. Hier soll die Diskussion angeregt werden und die Leser angeregt werden, für sich persönlich nachzudenken, ob sie es als Kontrast sehen und wenn ja, welche Konsequenz daraus entspringt.“

Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Leonies Gedicht gibt einen Überblick über aktuelle Umweltprobleme. Sie hat sich motiviert und vielschichtig mit umweltpolitischen und sozialen Problemen NRWs auseinander gesetzt. Offen spricht sie über Ängste, die im Zusammenhang mit den genannten Kontrasten oft erlebt werden. Sie animiert die LeserInnen dazu, sich darauf einzulassen und über den Tellerrand zu schauen. Das Gedicht regt zum Nachdenken an und überzeugt durch seinen eigenen gelungenen Stil: mit wenigen Worten trifft Leonie den Kern der Sache.


Sonderpreis Sparte Text / Comic

Ein Sonderpreis geht an Kathrin Nick (24 Jahre) aus Düren. In ihrer Kurzgeschichte „Lavendel & Ylang Ylang“ widmet sie sich den Auswirkungen der Globalisierung in NRW. Sie beschreibt den persönlichen Konflikt der Mitarbeiterin Eva eines Steinkohlekonzerns in Dortmund. Das Werk, in dem Eva arbeitet, wird in NRW abgebaut, um in China wieder errichtet zu werden. Eva muss sich nun entscheiden, ob sie mit ins ferne und fremde China geht oder ihren Job aufgibt und in Deutschland bleibt.
Die Kurzgeschichte ist ausgezeichnet formuliert, spannend geschrieben und überzeugt durch einen hervorragenden Stil. Leider lässt der Text die Umweltproblematik der Kohleindustrie völlig außer Acht und wird deswegen nicht mit einem Hauptpreis bedacht.

Bei der Verbrennung von Kohle entsteht jede Menge CO2. Damit ist die Energiegewinnung aus Kohle mit Abstand die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. NRW trägt für den Klimaschutz eine besondere Verantwortung. 40 % der bundesweiten CO2-Emissionen entstehen in NRW. Die großen Energiekonzerne wie RWE haben hieran maßgeblich Anteil. Sie lassen die alten uneffizienten Kraftwerk weiter laufen und machen ihre Gewinne auf Kosten des Klimas. Stattdessen sollten lieber effizientere Gaskraftwerke und umweltfreundliche erneuerbare Energien eingesetzt werden.

Aus Sicht des Umweltschutzes lässt es sich nicht vertreten, veraltete Technologien nach China zu exportieren, damit sie dort weiterhin das Klima schädigen. Richtig wäre es, die Anlagen still zu legen.


Sind bei euch noch Fragen offen geblieben? Dann schreibt uns eine E-Mail an oder meldet euch per Tel. 02921/33640.

Viele Grüße

euer Kontraste-Projektteam








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