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Kreativ-Wettbewerb “Land der Kontraste – NRW”: Die PreisträgerInnen 2006 |
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Aus den 120 spannenden, kontrastreichen, kreativen und bewegenden
Beiträgen hat die Jury insgesamt acht PreisträgerInnen ausgewählt. Da
die Anzahl der Abgaben in den einzelnen Sparten sehr unterschiedlich
ist, gibt es nicht in jeder Sparte einen Hauptpreis, dafür aber jeweils
zwei dritte, zweite und erste Preise sowie zwei Sonderpreise.
Bewertet wurden die Kreativität der Arbeit, die handwerkliche Umsetzung
sowie der Bezug zu NRW und die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem
gewählten Kontrast. Pluspunkte gab es, wenn die Bedeutung des
Kontrastes für eine zukunftsfähige Entwicklung NRWs deutlich wurde.
1. Platz: Sparte Foto
Wo fängt Naturschutz an? Genau hier!
Marcel Severith (20 Jahre), Mülheim
Das schreibt Marcel zu seinem Foto:
Naturschutz ist gut und schön, doch solange er sich auf kleine Gebiete
beschränkt und ausserhalb der Raubbau weiter geht, hat er wenig
Substanz. Naturschutz muss uns alle angehen und uns überall umgeben,
"kleine Oasen der Glückseligkeit" reichen nicht aus um das zu schützen,
was für uns überlebenswichtig ist.
Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Bei dem Bild ist sowohl die Perspektive als auch die Bildkomposition
gut gewählt. Auch der landschaftliche und umweltpolitische Kontrast,
der sowohl in Text als auch Bild aufgegriffen wurde, regt zum
Nachdenken an: Machen wenige, kleine Naturschutzgebiete wirklich Sinn,
wenn die Natur außerhalb dieser Bereiche weiter so rücksichtslos
behandelt wird?
1. Platz: Sparte Foto
Niki und Jonathan
Svenja Paulsen (18 Jahre), Solingen
Das schreibt Svenja zu ihrem Foto (Auszug):
In NRW gibt es immer mehr so genannte „Menschen mit
Migrationshintergrund“. Dadurch entstehen viele Probleme, wie zum
Beispiel höhere Arbeitslosigkeit oder Kriminalität. Dennoch bieten sich
durch den Wandel der Gesellschaft auch Chancen und völlig neue
Perspektiven, die frühere Generationen nicht hatten. Deshalb ist es
meiner Meinung nach wichtig, an einem besseren Verständnis und
intensiverer Zusammenarbeit der verschieden Kulturen untereinander zu
arbeiten. Durch die Globalisierung sind wir alle zu Weltbürgern
geworden. Wir sind darauf angewiesen, offen und tolerant zu sein.
Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Der Wettbewerbsbeitrag bezieht sich auf ein für NRW typisches Thema: In
Nordrhein-Westfalen wohnt mehr als ein Viertel aller in Deutschland
lebenden Migranten. Svenja bezieht in ihrem Begleittext zum Foto
Stellung und macht klar, weshalb Toleranz und Miteinander für eine
gemeinsame Zukunft in NRW so wichtig sind. An Authenzität gewinnt der
Beitrag durch die persönliche Sichtweise der Fotografin auf einen
fremdenfeindlichen Übergriff in Solingen vor 13 Jahren, bei dem eine
türkische Familie Opfer eines Brandanschlags wurde.
2. Platz: Sparte Foto
KONTRAST
Tim Heublein (20 Jahre), Herbern
Das schreibt Tim zu seinem Foto (Auszug):
Energiegewinung und Naturschutz standen sich lange Zeit als unüberwindbarer Kontrast
gegenüber. Inzwischen gibt es zumindest umweltfreundliche Methoden
Strom zu gewinnen. Mit gutem Beispiel geht hier das Gerstein Kraftwerk
in Stockum voran: Es gehört zu den saubersten Kraftwerken Europas, wird
sowohl mit Kohle als auch mit Erdgas betrieben und das Beste: Die
umliegende Fläche welche bei Kraftwerken oftmals ungenutztes
Sperrgebiet bleibt ist ein Naturschutzgebiet mit Feuchtwiesen und
Teichen. Auf den ersten Blick also ein Kontrast, auf den zweiten eine
Symbiose.
Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Tims Foto hat einen guten Bildaufbau. Er hat sich mit dem gewählten
Kontrast zwischen Naturschutzgebiet und Kraftwerk inhaltlich
auseinandergesetzt und dargestellt, warum der Kontrast nicht so
offensichtlich ist, wie er auf den ersten Blick scheint.
2. Platz: Sparte Comic
Hier will ich bleiben, hier will ich studieren
Katharina Grzegorek (20 Jahre), Essen
(Seite 4 von 14)
Das schreibt Katharina zu ihrem Comic (Auszug):
Einerseits hat jeder von uns das Recht auf Bildung, das Recht zu lernen
und seine Persönlichkeit zu entwickeln. Andererseits wird dies
erschwert, nicht nur durch die u.a. in NRW eingeführten
Studiengebühren. Auch Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen
aus sozial schwächeren Familien haben es schwer Zugang zu guter Bildung
zu finden.
Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Katharina hat in ihrem 14-seitigen Comic kreativ und überzeugend die
Geschichte einer jungen Frau im Ruhrgebiet dargestellt. Sie
thematisiert die Probleme von MigrantInnen in NRW, beschäftigt sich
aber auch mit den Bildungschancen junger Menschen in NRW. An dem Comic
beeindruckt, wie kämpferisch und optimistisch sich die Protagonistin
für ihre Zukunft einsetzt und trotz aller Schwierigkeiten nicht aufgibt.
3. Platz: Sparte Musik
K-O-N-T-R-A-S-T-E
Leonie Viola Thöne (16 Jahre), Moers
Das schreibt Leonie zu ihrem Stück (Auszug):
“Ich erlebe Kontraste jeden Tag in der Schule, am Wochenende in der
Stadt, durch Verwandte und Freunde, die über die Stadt verstreut sind,
durch meine Pressearbeit und einfach überall. An so manchem Kontrast
geht man vorbei und übersieht ihn, nimmt ihn einfach so hin, denn wer
ist schon so idealistisch und will die ganze Welt verbessern? Doch
viele dieser Kontraste berühren mich in meinem persönlichen Leben oder
Freunde von mir, machen mich ärgerlich, enttäuschen mich oder lassen
mich fassungslos
den Kopf schütteln.
Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Leonie hat sich in ihrem Beitrag inhaltlich sehr überzeugend mit vielen
verschiedenen Kontrasten in NRW auseinandersesetzt. Beeindruckt hat die
Jury auch der eigene Stil und der experimentelle Charakter des
Musikstücks.
3. Platz: Sparte Film
A1 – Rückkehr zur Stille
Videogruppe SUPA 8 – Acht Jugendliche aus Remscheid
Deshalb hat die Jury den Beitrag ausgewählt:
Der Beitrag der Gruppe setzt sich mit der A1 auseinander. Er beleuchtet
den Aspekt “Lärm”, den der Verkehr auf Straßen und Autobahnen mit sich
bringt. Der Film bewegt und regt zum Nachdenken an. Wann haben wir das
letzte Mal bewußt einen Vogel zwitschern hören? Und wie oft sind wir im
Gegensatz dazu umgeben von Autolärm?
Sonderpreise:
1. Sonderpreis: Sparte Theater
Ein Sonderpreis geht an Kama Frankl (20 Jahre) aus Recklinghausen. Sie
hat an ihrer Schule eine Tanz- Theaterstück zum Thema Atompolitik
gekonnt inszeniert und sehr gut besetzt. Obwohl der Bezug zu NRW bei
diesem Stück nicht deutlich wird, war die Jury beeindruckt von der
Leistung Kamas, 10 Jugendliche zu motivieren, sich mit dem Thema
auseinander zu setzen und bei dem Theaterstück hervorragende Leistungen
zu erbringen.
2. Sonderpreis:
Niko Esst (23 Jahre) aus Dortmund und Mirco Blondin (17 Jahre) aus
Duisburg erhalten ebenfalls einen Sonderpreis. Beide haben sich in der
Sparte “Foto” mit zahlreichen Beiträgen beworben. Auch wenn keiner
dieser Beiträge als Einzelbeitrag einen Preis gewinnen konnte, war die
Jury beeindruckt von dem Engagement der beiden bei dem Wettbewerb. Sie
haben in der Community der Kontraste-Homepage Diskussionen angestoßen,
Fragen zu den Kontrasten in NRW aufgeworfen und ordentlich mitgemischt.
Dankeschön!
Ein kräftiges DANKE geht an alle TeilnehmerInnen des Wettbewerbs “Land
der Kontraste – NRW”, für die vielen beeindruckenden Einsendungen! Wir
möchten alle, die sich schon am Wettbewerb beteiligt haben aber auch
alle NeueinsteigerInnen einladen an der zweiten Runde des Wettbewerbs
teil zu nehmen. Einsendeschluss ist der 23. September 2007.
Bis dann,
euer Kontraste-Projektteam |
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